Kranker Zahn - Kranker K?rper PDF Drucken E-Mail

herz-hintergrund neuParodontitis erhöht das Herzinfarktrisiko um 100%. Engere Zusammenarbeit zwischen Kardiologie und Zahnmedizin zwingend erforderlich.   

"Kardiologie und Zahnmedizin müssen in Zukunft noch enger zusammenarbeiten".
Unter diesem Motto stand  der kostenfreie Gemeinschaftsvortrag von zwei Medizinern unterschiedlicher Fachrichtungen. Kardiologe Prof. Dr. med. Dietrich Baumgart und Zahnarzt Dr. Hans-Dieter John zeigen darin neue gemeinsame Diagnose- und Behandlungswege auf. Die beiden Düsseldorfer Referenten erläuterten dabei, warum Parodontitis Herzinfarkt begünstigt und sogar mit auslösen kann. Im Anschluss an den Vortrag, der in dieser Form bisher einmalig ist, beantworteten die beiden Spezialisten die Fragen der Teilnehmer.



Weitre Informationen zum Thema finden Sie unter

www.perio-kardio-score.de
 
                      



Jetzt ist wissenschaftlich bewiesen, was schon seit längerem erforscht wurde.
Zwischen Parodontose und einem Herzinfarkt-Risiko besteht ein direkter Zusammenhang. Krankes Zahnfleisch, krankes Herz: Beide Erkrankungen haben die gleichen entzündungsbedingten Ursachen. Durch die wissenschaftliche Bestätigung erfährt das Thema deshalb zurzeit viel Beachtung auf internationalen Fachtagungen der Zahnmedizin. Aber eben nicht nur dort! Auch bei den Kardiologen wird intensiv diskutiert, wie eine fachübergreifende, bessere Zusammenarbeit zwischen Zahnärzten und Herz-Spezialisten aussehen kann.
„Etwa 80 Prozent der Deutschen haben Zahnfleischerkrankungen. Werden diese Entzündungsherde beseitigt, sinkt das Risiko für Folgeerkrankungen erheblich“, erklärt Prof. Dr. med. Dietrich Baumgart, Kardiologe und Direktor des Preventicum Essen. „Die neuen fachübergreifenden Erkenntnisse müssen wir nutzen, um die Zahl der Herzerkrankungen zu senken.“ Die beiden international anerkannten Spezialisten haben deshalb eine Risikobewertung ausgearbeitet, die Einzelrisiken genau auflistet. Zusammen mit einem Schnell-Test können sie dem Patienten aufzeigen, ob diese Einzelrisiken zusammen gesehen das Risiko eines Herzinfarktes ausmachen können.
„Diese Vorgehensweise ermöglicht uns zwei Wege: Wir können zum einen bestehende Herzbeschwerden bzw. das Risiko eines möglichen Infarktes senken: durch gezielte Parodontose-Behandlung. Gleichzeitig kann aktiv Vorsorge betrieben werden. Indem der Parodontose-Behandlung die nötige Aufmerksamkeit geschenkt wird, muss es unter Umständen gar nicht erst zu Herzbeschwerden kommen“, zeigt sich Dr. John beigeistert von dem neuen fachübergreifenden Ansatz.

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                 Dr. med. dent. Hans-Dieter John MSD                               Prof. Dr. med. Dietrich Baumgart

Den beiden Referenten ist es dabei im wahrsten Sinne des Wortes eine „Herzensangelegenheit“, interessierte Patienten zu informieren, wie Herzerkrankungen verringert werden können. Sie möchten Wege aufzeigen für mehr Lebensqualität.

Dr. Hans-Dieter John, Master of Science in Dentistry (MSD, U.S.A.), ist über die Grenzen Deutschlands als Dozent für Parodontologie und Implantologie tätig. Er übernimmt als externer Spezialist regelmäßig in englischen und schweizer Kliniken aufwändige parodontologische und implantologische Behandlungen.

Prof. Dr. med. Dietrich Baumgart leitet die Düsseldorfer Privatpraxis für Leistungsdiagnostik, Innere Medizin und Kardiologie und ist Direktor des Preventicum Essen. Er wurde zum Mitglied der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie berufen und ist Beiratsmitglied der internationalen Gesellschaft für Prävention e.V.